1990 - 1994

1990

Der Kinderbuchautor Knister besucht die Schule. Dank der Unterstützung des Fördervereins und der Stadtsparkasse kann er für zwei Lesungen verpflichtet werden. Der Autor bringt zu seinen Lesungen auch immer die Gitarre mit und - einen dicken Filzstift für große Bilder. Die Kinder der Wagenfeldschule empfangen ihren Gast nicht unvorbereitet. Einige Klassen haben seine “Sockensuchmaschine” oder “Willi Wirsing” gelesen.In Anlehnung an diese Texte werden im Unterricht Roboter und Fliegen nachgebaut, eigene Texte gedruckt und Stockpuppen gebastelt.

Die Schüler des 3. und 4. Schuljahres wollen nicht länger nur über Umweltschutz reden; das Wäldchen in der Nähe der Schule soll gesäubert werden. VEBA WOHNEN stellt die notwendigen Geräte zur Verfügung.
Zusammen mit engagierten Lehrern und Eltern machen sich die Kinder an die Arbeit. Von Blechdosen und Plastikbehältern bis zu Papierabfällen aller Art reicht die Palette des Mülls, der im Wald abgeladen worden war.

1992

Die Bezirksvertretung Bottrop-Mitte beschließt, die Schule zu renovieren. Die Schulkonferenz hat vor einem Jahr den Antrag auf Renovierung gestellt. Die Toiletten für die Jungen und Mädchen werden vollständig saniert. Auch die Beleuchtung in den Klassenräumen wird modernisiert. Für weitere Renovierungsmaßnahmen stellt der Schulträger in den kommenden Jahren insgesamt 311.000,-- DM zur Verfügung.

1983-1989

1983

Erntedankfest - Ökumenischer Gottesdienst in der Kirche St. Peter für die Schüler der Wagenfeldschule und der Goetheschule. Ökumenische Gottesdienste sind ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens geworden. Einschulung, Erntedank, Weihnachten, Ostern und Schulentlassung werden gemeinsam, jeweils im Wechsel in der katholischen St. Peter - oder der evangelischen Auferstehungskirche gefeiert.

1984

Die Kinder der Klasse 3 b erleben auf der Ausstellung “Garten 84” in Essen einen besonderen Schultag. Sie präsentieren hier auf einem Messestand selbstgezogene Pflanzen. Die Entwicklungsstadien der Pflanzen haben die Jungen und Mädchen auf Schultafeln aufgezeichnet. n einer Feierstunde wird der Klasse 3 b von der Präsidentin der Gartenbaugesellschaft, Gräfin Sonja Bernadotte, eine Urkunde verliehen. Die Gräfin ist die Schloßherrin der bekannten Blumeninsel Mainau im Bodensee.

1985

Im April wird von interessierten Eltern und Lehrern ein Förderverein gegründet. Die Gründungsmitglieder setzen sich das Ziel, die pädagogische Arbeit der Wagenfeldschule zu unterstützen. Falls öffentliche Mittel zur Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln nicht ausreichen, werden Mitgliedsbeiträge und Spenden des Vereins diese Lücke schließen. Bei Klassenfahrten können die Klassenlehrer für bedürftige Kinder finanzielle Unterstützung beantragen. Aus Mitteln des Fördervereins hat die Schule im Laufe der Jahre eine moderne Schülerbücherei einrichten können. In der Rückschau kann der Chronist feststellen: “Der Förderverein hat sein Ziel erreicht. Dank an dieser Stelle für seine Arbeit”. Die Schulpflegschaft bietet in Verbindung mit der kath. Familienbildungsstätte in Bottrop einen Flötenkurs für Anfänger an. Er wird in der Schule durchgeführt. Das Interesse der Kinder ist sehr groß.

Seit dieser Zeit bietet die Wagenfeldschule Kindern von der ersten bis zur vierten Klasse die Möglichkeit, das Spiel auf der Blockflöte zu erlernen und gemeinsam mit anderen Kindern zu musizieren. Die erlernten Musikstücke werden eingebunden in unser Schulleben. Es wird bei Festen im Jahreslauf, Klassenfesten, Gottesdiensten, und besonderen Anlässen, z.B. Einschulung “ aufgespielt”.

1986

Alle Klassen der Wagenfeldschule besuchen das Musiktheater in Gelsenkirchen. Die Aufführung “Wenn die Instrumente tanzen” durch ein Kinderballett, hat Schüler und Lehrer beeindruckt. Die gute Resonanz dieser Aufführung gibt den Weg frei für weitere Theaterbesuche in Gelsenkirchen und Oberhausen.

1987

Aktionstag - Kinder erleben die Dritte Welt In diesem afrikanischen Staat ist mit Bottroper Hilfe ein Kindergarten entstanden, in dem schon etwa hundert kleine Gambianer unterrichtet werden. Noch fehlen Unterrichtsmittel und Arbeitsmaterialien, so daß auch Zeichenblätter, Malstifte und vieles mehr aus Bottrop nach Gambia geschickt werden. Der finanzielle Gewinn des Aktionstages in Höhe von 2500 DM wird dem Kinderdorf in Gambia zur Verfügung gestellt. Der ökumenische Gottesdienst während des Aktionstages bietet Gelegenheit, über unsere Verpflichtung zur Entwicklungshilfe nachzudenken, aber auch über die Art, wie sie geleistet werden könnte.

1974 - 1982

1974

“ 99 Eltern haben beantragt, die kath. Wagenfeldschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umzuwandeln. Von den 202 Schülerinnen und Schülern, die ......die Wagenfeldschule besuchen, werden in diesem Jahr 80 entlassen. 40 Kinder wurden aber bisher nur für das erste Schuljahr angemeldet. Vor zwei Jahren besuchten noch 331 Kinder die Schule im Eigen. Wenn weniger als 160 Kinder unterrichtet werden, muß die Schule geschlossen werden.”

Bei der Abstimmung entscheiden sich 190 Eltern für die Umwandlung der Schule. Der wichtigste Grund für die Umwandlung ist das Bestreben, die Schule zu erhalten, um die sonst anfallenden längeren Schulwege zu vermeiden.

1980

Im Januar dieses Jahres übernimmt Franz Josef Pasel die Leitung der Wagenfeldschule. Der Schulhof wird kindgerecht umgestaltet. Eltern formen aus einer 30 m langen Mauer eine Malwand. Die Kinder können hier mit farbiger Kreide ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Spielplatzgeräte aus Holz - ein Klettergerüst, eine mehrstufige Reckanlage, Pilze in verschiedenen Höhen und Balancierstangen - werden auf dem Schulhof montiert. Auf dem Asphaltstreifen des Schulhofes werden verschiedenartige Hinkelkästen mit gelber Farbe aufgetragen.

1955 - 1973

1955

Das Pfarr- u. Jugendheim von St. Peter wird seiner Bestimmung übergeben. Rektor Meyer führt in der Ansprache aus:”Aufgabe der Schule ist es, die sittlichen, geistigen und körperlichen Kräfte des Kindes zu entfalten und die Jugend für das Arbeits- und Kulturleben des Volkes zu befähigen. Darüber hinaus ist die Bekenntnisschule eine Bildungsstätte, die nach dem Willen der Eltern durchformt ist vom Geiste des Glaubens. An der Wagenfeldschule besteht eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Elternhaus, insbesondere fließt der Schule von St. Peter viel Kraft zu."

1957

Renovierungsarbeiten an der Außenhaut der Schule und im Gebäude lassen die Wagenfeldschule zur Gastschule der Overbergschule werden. Dort stehen drei Räume zu Verfügung. In Wechselschicht erhält jede Klasse wöchentlich an zwei Tagen Vormittags- und an 4 Tagen Nachmittagsunterricht. Die Unterrichtszeit muß gekürzt werden. Die Schulwege werden länger. Schulleiter Meyer beklagt die Verzögerung der Arbeiten. Die Kriegsschäden werden erst jetzt restlos beseitigt. Dabei werden bauliche Veränderungen durchgeführt. Der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Josef Herzog, schreibt an die Ruhrnachrichten:

“... ergab sich die dringende Notwendigkeit der Renovierung des Gebäudes. Die sorgfältig nun fast vollendeten Arbeiten strahlen schlichte Wärme aus, die der klaren Form des Gebäudes entspricht. ... Die Schulpflegschaft dankt dem Hochbauamt und dem Rat der Stadt für die gleichzeitig durchgeführten ...baulichen Veränderungen.”

Ratsherren und Vertreter des Bauamtes sind sich nach Abschluß der Renovierung darüber einig, weitere bauliche Veränderungen auf Anregung des Kollegiums durchzuführen.

1960

Am Fronleichnamsfest wird im Portal der Wagenfeldschule eine Segensstation errichtet.

1961

Die Umbauarbeiten im Kellergeschoß sind beendet. Der Wagenfeldschule steht nun ein großer Mehrzweckraum zur Verfügung. Er eignet sich als Feier- und Gymnastikraum. Im neuen Werkraum können kleinere Arbeitsgruppen beschäftigt werden.

1962

Rektor Meyer wird verabschiedet und tritt in den Ruhestand. Frau Kuhn leitet von 1962 bis 1979 die Wagenfeldschule.

1968

“Das Anmelde- und Abstimmungsverfahren für die im Pfarrgebiet liegende Wagenfeldschule erbrachte weit mehr Stimmen........ als notwendig waren, um sie als kath. Grundschule zu erhalten.” (Pfarrchronik St. Peter)

1949 - 1954

1949

Rektor Bernhard Grünewald übernimmt die Leitung der Wilhelmschule. Lehrer Seidel bearbeitet mit seinen Kindern den Schulgarten nach den vorläufigen Richtlinien des örtlichen Ausschusses.

1952

Schulleiter Bernhard Grünewald tritt wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand; er wird aber noch bis zum Jahr 1953 unter Beibehaltung der Schulleitung im Angestelltenverhältnis Dienst tun.

1953

Wehmütig beschreibt der Chronist die rasche und unaufhaltsame Änderung der Schulumgebung :“Die Westfront der Schule mit ihren acht Klassenräumen blickt auf den geräumigen Schulplatz. Ruhe strömt dem Beschauer entgegen von der Grünanlage, dem kleinen Wäldchen, das den freundlichen Spielplatz der Kinder abrundet. Hier sorgte eine vorausschauende Planung für eine rechte Unterrichtsstimmung. Während hier alles beim alten bleibt, ändert sich nun das Bild vor dem Eingang der Schule am Maybachweg. Mit der schnellen Entwicklung der Stadt verschwinden die stillen Kornfelder und an ihre Stelle tritt eine Wohnsiedlung. Mit den Erdarbeiten hat man bereits begonnen.” Im Jahr 1954 ist die aufgelockerte Wohnsiedlung für Bergleute vor der Stadt fertiggestellt.

Lehrer Herrmann Meyer übernimmt die Leitung der Schule, nach dem er mit kurzen Unterbrechungen von 1919 bis 1953 an der Schule Eigen II (später in Liebfrauenschule umbenannt) gewirkt hat. Die Einführung geschieht durch Herrn Schulrat Söding in Gegenwart des Kollegiums: Gregor, Degner, Kuppels Heggemann, Prohaska, Gornik.

Da die Arbeiten auf dem Baugelände vor der Schule zügig fortschreiten, ist in absehbarer Zeit mit einem Anwachsen der Schülerzahl an der Wagenfeldschule zu rechnen.

1939 - 1945

Von 1939 bis 1945 wird die Wilhelmschule mit dem tausendjährigen Namen “Herbert-Nokus-Schule” bedacht. Nach dem Krieg erhält sie auf Antrag des Schulleiters Bernhard Grünewald den Namen des westfälischen Mundartdichters Karl Wagenfeld.

Auszug aus der Niederschrift über die Sitzung des Schulausschusses am 13.03.1949:”Nach Verlesung des Antrages schlägt ein Mitglied vor, bei Umbenennungen von Schulen eines demokratischen Vorkämpfers zu gedenken. Die Mehrheit der Mitglieder hält jedoch eine unpolitische Namensgebung für zweckmäßig.” Der Schulausschuß beschließt einstimmig die Umbenennung der Wilhelm-Schule in Wagenfeldschule.


Aus der Schulchronik


1942

Am 26.3.1942 wird das Schulgebäude durch Bomben stark beschädigt; der Unterricht kann erst wieder am 22. Mai desselben Jahres in den eigenen Räumen aufgenommen werden.


1943

Um dem Bombenhagel in den Städten des Ruhrgebietes zu entgehen, entsteht die Aktion der Kinderlandverschickung. Jungen und Mädchen der Schule leben jetzt mit ihren Lehrkräften in Oberschlesien.

1945

In den letzten Kriegstagen erleidet das Schulgebäude wiederum schwere Schädigung; die Schule dient jetzt als Ausländerlager. Bücher, Akten und Teile des Mobiliars werden verbrannt. Nach dem Ende des Krieges hungern große Teile der Bevölkerung. Für die Kinder gibt es eine warme Suppe in der Schule. Das ist häufig die einzige warme Mahlzeit des Tages. Die Kinder erhalten schichtweise ihren Unterricht.

1928 - 1938

Einige Lehrer besorgen den ärmsten Schülern Kleidung und etwas zu essen. Die stärkeren Schüler werden aufgefordert, den schwächeren zu helfen. Die älteren Kinder erhalten Material, das für Referate bearbeitet werden muß. Es gibt einen Schulgarten. Einmalig ist die Duschanlage in der Schule. Hier bestehen die Lehrer darauf, daß sie nach dem Turnen benutzt wird.

Wichtiger Bestandteil der Schule ist die musische Erziehung. Die Kinder spielen Theater, sie singen, tanzen und tragen Gedichte vor.

Elternbeteiligung an der Schule ist selbstverständlich. Die Eltern waren in einem “Verein” organisiert, der den Kindern Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellte, und zwar kostenlos. Regelmäßig werden Tage der offenen Tür durchgeführt, an denen die Eltern am Unterricht teilnehmen.

“Die beiden in Bottrop bestehenden Sammelschulen für die vom Religionsunterricht befreiten Kinder werden am 1.10.1933 aufgehoben und die Kinder den Schulen des früheren Bekenntnisses wieder zugeführt. Durch die Auflösung dieser Schulen werden wichtige Zellen marxistischer Weltanschauung und Propaganda aufgehoben. Von den an den Sammelschulen tätigen Lehrkräften werden drei auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen. Die übrigen können an Bekenntnisschulen untergebracht werden.” (Jahrbuch der Stadt Bottrop 1933)

Die Astrid-Lindgren-Schule im Wandel der Zeit - 1923 - 1927

Auf Initiative der freien Elternvereinigung Eigen wird 1923 die sogenannte “Sammelschule Eigen” eingerichtet. Hier kommt das Reichsgesetz, religionslose Einrichtungen schaffen zu können, zur Anwendung, um somit die Kinder von religiöser Erziehung zu befreien.

Die vier Klassen mit 316 Schulkindern werden zunächst in Klassenräumen der Rheinbabenschule untergebracht. Bei der Genehmigung zur Einrichtung der Sammelschule macht die Bezirksregierung ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Unterbringung der “Sammelschule Eigen” in der Rheinbabenschule nur als Notmaßnahme anzusehen und die Einrichtung eines eigenen Schulgebäudes in Aussicht zu nehmen sei.

1924 werden zwei Baracken für je zwei Klassen an der Fischedickstraße im Stadtteil Eigen aufgestellt, und die Sammelschule wird dort untergebracht. Inzwischen ist aber die Zahl der Klassen auf sechs gestiegen, so daß der Schulbetrieb nur durch Einlegung von Wechselunterricht durchgeführt werden kann.

Abgesehen von den Nachteilen, die sich in unterrichtlicher Beziehung ergeben, sind bei längerer Unterbringung in den Baracken gesundheitliche Schäden für Kinder und Lehrkräfte unvermeidlich.

Die freie Elternvereinigung Bottrop-Eigen bedrängt die Stadtverordnetenversammlung bereits 1925, ein massives Schulgebäude zu erstellen.

1927 beschließt das Stadtparlament die Errichtung eines Schulhauses, das noch in demselben Jahr fertiggestellt werden kann.

Die ehemaligen Schüler der freien Schule betonen das positive Verhältnis zu ihren Lehrern. Der Ton der Lehrer ist freundlich, aber bestimmt. Es gibt an der Schule keine Prügelstrafe, die Koedukation ist pädagogisches Prinzip, das Schulleben äußerst vielfältig.