Konzept Jahrgangsübergreifende Schuleingangsphase

Jahrgangsübergreifende Schuleingangsphase. 

 

 

Die Klasseneinteilung
Seit Beginn des Schuljahres 2005/ 2006 wird an der Astrid-Lindgren-Schule die Schuleingangsphase jahrgangsübergreifend gestaltet. Wir haben 4 Eingangsklassen: eine blaue Klasse, eine rote, eine gelbe und eine grüne Klasse. Die Klassen bestehen je zur Hälfte aus Kindern, die die Schule schon das zweite Jahr besuchen und Kindern die neu eingeschult wurden. Den bereits bestehenden Farbgruppen wurden die Schulanfänger zugewiesen. Bei der Zuteilung der Kinder wurden die Ergebnisse unseres Einschulungsverfahrens sowie Elternwünsche, die sich aufgrund von Betreuungsbedarf und Kindergartenfreundschaften ergaben, herangezogen. Die Kinder blieben dadurch mit kleinen Ausnahmen in den ihnen schon bekannten Farbgruppen.

Unterrichtsvorbereitung
Die Unterrichtsvorbereitung verläuft im Team der in den jahrgangsübergreifenden Lerngruppen eingesetzten Lehrer. Mindestens einmal pro Woche trifft sich das Team im Anschluss an den Unterricht um die Lerninhalte und den Unterricht der Woche zu reflektieren und die weiteren Lerngegenstände und – inhalte für die nächste Zeit festzulegen. In diesen Teambesprechungen findet neben der Unterrichtsvorbereitung auch ein Erfahrungsaustausch statt. Probleme, die im Unterricht auftauchen, werden hier besprochen und auf Lösungsmöglichkeiten untersucht. Diese Teambesprechungen sind daher unterschiedlich zeitintensiv.Besonders wichtig ist es, den Unterricht so zu organisieren, dass ein Abteilungsunterricht, bei dem nur einzelne Gruppen der Klasse durch den Lehrer in einem Frontalunterricht beschult werden, nach Möglichkeit vermieden wird.
Es hat sich herausgestellt, dass es viele Möglichkeiten in den einzelnen Fächern gibt, Lerninhalte und Gegenstände gemeinsam zu erarbeiten. Durch die Differenzierung mit Hilfe unterschiedlicher Materialien, unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden von Arbeitsblättern, aber auch durch die Zusammenarbeit von Schulanfängern und Fortgeschrittenen hat man häufig die Möglichkeit ein und denselben Inhalt auf unterschiedlichen Niveaustufen zu erarbeiten. Den Kindern wird auf diese Weise auch immer wieder die Möglichkeit gegeben, Stoff, den sie vor einiger Zeit gelernt haben, noch einmal zu wiederholen, zu vertiefen und auch auf einem höheren Niveau anzuwenden.
Das ist natürlich nicht bei allen Lerngegenständen und - inhalten möglich. Manches muss nach unserer Erfahrung in kleinen Gruppen erarbeitet werden.

Unterrichtsorganisation
Die Kinder sitzen an Gruppentischen zu 4 bis 6 Kindern. An den Tischen sitzen die Schulanfänger neben den Fortgeschrittenen. Das hat den Vorteil, dass die Schulanfänger immer einen Ansprechpartner haben, den sie bei Problemen fragen können. Auch eine Partner- oder Gruppenarbeit ist damit schnell und recht problemlos zu organisieren. Während der Arbeitsphasen haben die Kinder aber jederzeit die Möglichkeit sich mit einem anderen Partner zusammen an einen freien Platz zu setzen. Kinder, die besondere Hilfe brauchen, können sich auch an den großen Tisch in der Mitte der Klasse setzen. An diesem Tisch sitzt dann auch die Lehrkraft und kann individuelle Hilfestellung geben oder gezielt mit einzelnen Kindern oder Kindergruppen Lernstoff erarbeiten, wiederholen oder vertiefen. Die Kinder müssen sich dabei allerdings strikt an die Regel halten: Wenn der Lehrer mit einem Kind oder einer Gruppe arbeitet, darf nicht unterbrochen werden. Die Kinder sind in diesem Fall angewiesen sich von anderen Kindern Hilfe zu holen oder sich eine andere Arbeit zu suchen, die es ohne Hilfe bewältigen kann. Diese Regel hat sich in der Praxis bewährt und wird von den Kindern eingehalten.
Im jahrgangsübergreifendem Unterricht haben die Kinder sehr unterschiedliche Fähigkeiten und Förderungsbedarf. Auch das Arbeitstempo von Kind zu Kind variiert stark.
Daher hat jedes Kind ein Hängeregister, in dem angefangene Arbeitsblätter und für das einzelne Kind individuell zusammengestellte Arbeitsmaterialien gesammelt werden. Fertige, kontrollierte Blätter dürfen in die ent-sprechenden Mappen eingeheftet werden.
Für Phasen der Freiarbeit gibt es in den Regalen zusätzliche Arbeitsmaterialien, Lernspiele und Freiarbeitsmaterialien in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, aus denen die Kinder auswählen können.
Die Kinder lassen die Lehr- und Lernbücher im Klassenraum. Auch begonnene, noch nicht vollendete Arbeitsblätter bleiben im Hängeregister. So soll vermieden werden, dass Eltern Unterrichtsstoff mit ihrem Kind nacharbeiten.
So könnten Lücken beim Kind entstehen, die der Lehrer oft erst zu spät bemerkt. Dadurch würde der große Vorteil , die individuelle Förderung des Kindes, an Bedeutung verlieren.

Feststellung des Lernstands
Durch die Heterogenität der Kinder ist eine genaue Beobachtung und Dokumentation unerlässlich. Daher haben wir Beobachtungsbögen , die entsprechen der verbindlichen Anforderungen der Klasse 2 gestaltet sind. Die Bögen sind mit etwas Übung leicht auszufüllen und geben einen schnellen Überblick inwieweit sich ein Kind den verbindliche Anforderungen bereits angenähert hat. Anhand dieser Bögen lässt sich schnell erkennen, wo einzelne Kinder Förderbedarf haben.
Die Informationen entnehmen die Lehrer aus der täglichen Beobachtung und aus den gesammelten schriftlichen Arbeitsergebnissen der Kinder. Die Arbeitsergebnisse und Beobachtungsbögen werden abgeheftet. So hat man jederzeit einen guten Überblick über den Entwicklungstand des Kindes, der nicht nur zur Erstellung von Fördermaßnahmen dient, sondern auch die Vorbereitung von Elternsprechtagen sowie das Schreiben von Zeugnissen deutlich erleichtert.